Bleiben Sie als Unternehmen handlungsfähig!
Infos & Tipps vom Gesundheitsexperten MEDISinn.

1. COVID-19-Impfungen im Unternehmen: Wissenswertes zu Impfstoffen, Impfstrategie und Herdenimmunität

Stand: 10. Februar 2021

Die neuen Corona-Impfstoffe bieten den wirksamsten Schutz gegen COVID-19 und lassen hoffen – auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie und eine Rückkehr in ein normales Berufs- und Privatleben. Impfstoffe schützen zum einen geimpfte Personen vor einer Erkrankung mit COVID-19 oder einem schweren Verlauf, zum anderen tragen sie zum Gemeinschaftsschutz bei – zur sogenannten Herdenimmunität. Ziel ist, die Mehrheit der Menschen in Deutschland durch eine Impfung vor einer Corona-Erkrankung zu schützen, sodass sich das Virus nicht weiter verbreiten kann. Um das zu erreichen, müssen sich 60 bis 70 Prozent der Deutschen impfen lassen.

Die COVID-19-Impfung für Unternehmen ist eine der wirksamsten betrieblichen Maßnahmen, um Mitarbeiter/-innen vor COVID-19 zu schützen. Im Rahmen des Impfgipfels der Bundesregierung am 1. Februar sicherte Kanzlerin Angela Merkel erstmals zu, dass Betriebe ihren Arbeitnehmern/-innen einen Corona-Impfservice anbieten können, sobald die priorisierten Bevölkerungsteile ein Impfangebot erhalten haben. Unternehmen sollten jetzt erste Vorbereitungen für eine Impfaktion treffen. Einige Konzerne halten sich schon für Impfungen bereit, um sie der Belegschaft so rasch als möglich anzubieten, sobald diese verfügbar sind. Mit betrieblichen COVID-19-Impfungen können Firmen einen zentralen Beitrag dazu leisten, dass die 45 Millionen Menschen ohne Priorisierung schneller ein COVID-19-Impfangebot bekommen.

Betriebliche Corona-Impfungen im Kampf gegen die Pandemie

Mit einem Corona-Impfservice leisten Betriebe einen großen Beitrag dazu, der Corona-Pandemie ein Ende zu setzen und ihre Mitarbeiter/-innen vor einer COVID-19-Erkrankung bzw. einem schweren Verlauf zu schützen. Geimpfte Angestellte können wieder sicher miteinander umgehen und können mitunter mental stark entlastet werden, denn die Furcht vor einer Infektion ist teils groß. Viele Firmen bieten bereits routinemäßig jährliche Grippeschutzimpfungen an. Nach dem gleichen Prinzip können auch betriebliche Corona-Impfungen ablaufen, sobald Impfstoffe offiziell für die nicht priorisierten Bevölkerungsteile freigegeben werden. Mit einem betrieblichen Corona-Impfservice ermöglichen Unternehmen ihren Mitarbeiter/-innen dann einen einfachen Zugang zur COVID-19-Impfung. Ein Impftermin am Arbeitsplatz lässt sich ganz unkompliziert in den Arbeitsalltag integrieren und ist wesentlich einfacher mit Schichtarbeit, Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen vereinbar.

Ein weiterer positiver Aspekt: Betriebsmediziner/-innen können die Hausarztpraxen entlasten, wenn diese ab Phase 2 der Impfstrategie das Impfen übernehmen werden.

Wichtig ist, Arbeitnehmer/-innen gegenüber klar zu kommunizieren, dass die Corona-Impfung ein freiwilliges Angebot des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist, also niemand verpflichtet ist, daran teilzunehmen. Gerade in Zeiten, in denen noch Verunsicherung und Unwissen über die Corona-Impfungen herrscht, ist Aufklärung bei diesem sensiblen Thema essentiell.

Impfangebot für die breite Bevölkerung

Bis es soweit ist, müssen sich Arbeitgeber noch etwas gedulden. Da derzeit noch nicht ausreichend Impfstoffdosen zur Verfügung stehen und Impfstoffe weiterhin knapp sind, erhalten alte und kranke Menschen sowie Gesundheits- und Pflegepersonal priorisiert Impftermine in den offiziellen Impfzentren und über mobile Impfteams. Die genaue Reihenfolge regelt die Coronavirus-Impfverordnung. Sobald ab Phase 2 der Strategie mehr Impfstoff für die Allgemeinheit zur Verfügung steht, werden die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte die COVID-19-Impfung übernehmen. Ab diesem Zeitpunkt rechnet der Gesundheitsdienstleister MEDISinn damit, dass auch Betriebsärztinnen und -ärzte Impfungen übernehmen können und Unternehmen ihren Mitarbeiter/-innen einen Corona-Impfservice anbieten können. Sowohl Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel haben mehrfach betont, dass bis September jeder Bürger und jede Bürgerin ein Impfangebot erhalten soll. Angela Merkel hatte zuletzt erwähnt, dass die Bundesregierung sich über betriebliche Impfaktionen bereits mit großen Unternehmen ausgetauscht hat.

Vorbereiten, Informationen einholen und aufklären

Bis dahin sollten Firmen wichtige Vorbereitungen treffen. Da sich die Situation seit Beginn der Corona-Pandemie laufend verändert, sollten Verantwortliche den aktuellen Stand der Impfkampagne beobachten. Zentral ist es, Mitarbeiter/-innen in jedem Fall bereits jetzt mit allgemeinen Informationen zu Corona-Impfungen auf dem Laufenden zu halten und sie zum Thema COVID-19-Impfungen über die betrieblichen Kommunikationskanäle aufzuklären. Manche Mitarbeiter/-innen sind vielleicht Teil einer der priorisierten Gruppen, etwa aufgrund von Alter, Vorerkrankungen oder weil sie enge Kontaktpersonen von Schwangeren oder Pflegebedürftigen sind. Zudem haben Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur arbeiten, ebenfalls priorisierten Anspruch. Sie können sich schon früher impfen lassen, wenn ihre Priorisierungsgruppe an der Reihe ist.

Ein weiterer sinnvoller Schritt ist im Vorfeld auch, sich mit dem/der zuständigen Betriebsarzt/-ärztin auszutauschen und so erste Schritte für eine Impfaktion zu besprechen und einzuleiten.

Wirkprinzip von Impfstoffen

Grundsätzlich dienen Impfstoffe dazu, den gesunden Körper mit einer ungefährlichen Form eines Virus zu konfrontieren und so das Immunsystem zu sensibilisieren und trainieren. Kommt der Organismus nach der Immunisierung mit dem Virus in Berührung, hat er bereits Antikörper parat, kann schneller reagieren und den Erreger mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich abwehren. Es kommt nicht zur Erkrankung.

Neuartige mRNA-Impfstoffe haben Zulassung erhalten

Seit dem Beginn der Pandemie Anfang 2020 befinden sich weltweit über 200 COVID-19-Vakzine in der Entwicklung. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO durchlaufen über 60 dieser Projekte bereits Tests. In der EU sind bisher drei Impfstoffe zugelassen: ‘Comirnaty’ des Mainzer Unternehmens Biontech und seines amerikanischen Partners Pfizer, ‘COVID-19 Vaccine Moderna’ des US-Herstellers Moderna und ‘COVID-19 Vaccine AstraZeneca’ des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca.

Bei der Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen ist das sogenannte Spike-Protein wichtig. Das Spike-Protein sitzt auf der Oberfläche des SARS-CoV2-Virus und ermöglicht es ihm einerseits, an Körperzellen anzudocken und in sie einzudringen. Andererseits lassen sich Antikörper gut auf das Spike-Protein trainieren. Als Immunantwort binden sie sich in Form einer Abwehrreaktion an eben diese Spike-Proteine und können das Coronavirus so unschädlich machen. Diesen Effekt machen sich verschiedene Impfstoffe zunutze.

Die mRNA-Technologie

Die beiden Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Das sind neuartige Vakzine, die auf der mRNA-Technologie beruhen. Der Begriff steht für “Messenger Ribonucleic Acid”, also “Boten-Ribonukleinsäure”. Die mRNA im Impfstoff fungiert als eine Art Nachrichtenbote. Sie überbringt einen “Bauplan”, mit dem einzelne Körperzellen selbst das ungefährliche Spike-Protein des Corona-Virus nachbilden können. Abwehrzellen reagieren dann auf diese Spike-Proteine. Als Immunantwort werden Antikörper produziert, die sich an die Spike-Proteine binden. Nach einer solchen Immunisierung haben SARS-CoV-2-Viren anschließend keine Möglichkeit mehr, mithilfe ihrer Spike-Proteine in die Körperzellen einzudringen, da sie vorher erkannt und mit Antikörpern abgewehrt werden. Die Corona-Impfstoffe sind die ersten zugelassenen mRNA-Impfstoffe, die Forschung beschäftigt sich aber bereits seit etwa zehn Jahren mit ihnen. Andere mRNA-Impfstoffe, etwa gegen Tollwut, standen vor der Corona-Pandemie bereits vor der Zulassung. COVID-19 hat die Forschung hier enorm vorangetrieben, etwa durch hohe Fördergelder und schnellere behördliche Zulassungsverfahren sowie einen stärkeren internationalen Austausch.

Vektorimpfstoffe mit harmlosen Lebendviren

Eine weitere relativ neue Vakzinart sind Vektorimpfstoffe. Impfstoffe dieses Typs sind bereits gegen Ebola und Dengue-Fieber zugelassen worden. Auch der Corona-Impfstoff von AstraZeneca ist ein sogenannter Lebendimpfstoff mit Vektorviren oder auch Vektorimpfstoff. Dafür werden wohlbekannte und harmlose Viren, im Fall von AstraZeneca etwa Adenoviren, genutzt. Für den Menschen sind diese bei Affen vorkommenden Schnupfenviren harmlos. Sie werden um ein oder mehrere Gene für das Spike-Protein von SARS-CoV-2 ergänzt. Diese Vektorviren transportieren dann das Oberflächenprotein in den Körper, sodass der Organismus als Immunreaktion Antikörper herstellen kann.

Prüfung, Zulassung und Wirksamkeit

Für die EU prüft die Europäische Arzneimittelagentur EMA die Wirksamkeit, pharmazeutische Qualität und Unbedenklichkeit der Corona-Impfstoffe. Das Genehmigungsverfahren wurde in der Pandemie im Rahmen einer “Rolling Review” beschleunigt, ohne die sichere Überprüfung zu beeinträchtigen. Das gelang vor allem durch eine straffere Organisation des Prüfprozesses angesichts der Corona-Pandemie: Pharmaunternehmen können die verschiedenen Prüfphasen ihrer COVID-19-Vakzine parallel laufen lassen und so der EMA früher als sonst bereits die Daten abgeschlossener Studienphasen zur Verfügung stellten. So kann die Behörde parallel zu den laufenden Studien Ergebnisse der ersten Phasen überprüfen, schneller arbeiten und dennoch die Sicherheit gewährleisten. Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca konnten dadurch wesentlich schneller eine Zulassung für die EU und damit für Deutschland erhalten, ohne den Umfang ihrer Studien zu verringern.

Für Biontech/Pfizer und Moderna haben Studien eine Wirksamkeit von 95 bzw. 94 Prozent gezeigt. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken bei geimpften Personen um 95 bzw. 94 Prozent geringer war als bei nicht geimpften Menschen. Für den vollständigen Impfschutz sind bei den beiden Corona-Vakzinen zwei Impfungen im Abstand von etwa drei bis vier Wochen nötig. Der Impfschutz tritt erst sieben Tage nach der zweiten Impfdosis vollständig ein.

Das Vakzin von AstraZeneca hat laut Zulassungsstudien eine Wirksamkeit von 70,4 Prozent. Die STIKO empfiehlt diesen Impfstoff für Menschen ab 65 Jahren derzeit nicht, da es nur wenige Studienteilnehmer/-innen in dieser Altersgruppe gab und deshalb für über 65-Jährige keine Aussage zu Wirksamkeit und Sicherheit getroffen werden kann. Abgesehen davon sehen die Experten/-innen diesen Impfstoff aber gleich gut geeignet zum Schutz vor COVID-19 an wie die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Auch hier werden zwei Impfdosen verabreicht, die im Abstand von neun bis 12 Wochen gegeben werden sollen.

Für alle zugelassenen Impfstoffe gilt: Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt. Aktuelle Auswertungen dazu werden laufend erhoben. Erste Daten des Paul-Ehrlich-Instituts etwa zeigen, dass die COVID-19-Impfstoffe eine Immunreaktion hervorrufen, die bereits mindestens acht Monate anhält. Wissenschaftler/-innen erforschen außerdem, ob die Impfstoffe auch eine Verbreitung des Virus verhindern können. Dies ist derzeit noch nicht gesichert, es besteht aber die Annahme, dass das Risiko einer Übertragung nach der Immunisierung durch eine Impfung deutlich sinkt.

Corona-Impfstrategie und Priorisierung sind genau geregelt

Die Impfkampagne ist in Deutschland am 27. Dezember 2020 gestartet. Das genaue Vorgehen regelt die Nationale Impfstrategie der Bundesregierung. Da zunächst aufgrund der Produktionskapazitäten der Hersteller nur wenig Impfstoff zur Verfügung steht, ist ein geordnetes Vorgehen umso wichtiger. Der Bund ist für die Beschaffung der Corona-Vakzine zuständig, während die Bundesländer die Impfungen organisieren und durchführen. In Phase 1 der Corona-Impfstrategie finden die Impfungen in eigens eingerichteten Impfzentren und mithilfe mobiler Impfteams statt. Über 400 solche offiziellen Impfstationen wurden dafür in Deutschland eingerichtet. So sollen auch die teilweise komplexen Lagerbedingungen, etwa bei minus 70 Grad beim Impfstoff Comirnaty oder minus 20 Grad beim Moderna-Vakzin, sichergestellt werden. Sobald breitflächig Impfstoffe zur Verfügung stehen, die keine so hohen Anforderungen mehr an Transport und Lagerung stellen, lassen sich die Impfungen in Phase 2 der Corona-Impfstrategie dezentral und im Regelbetrieb durchführen. Das bedeutet, ab diesem Zeitpunkt können Hausärzten/-innen und Betriebsärzten/-innen COVID-19-Impfungen vornehmen.

Die Corona-Impfstrategie soll nun um einen Nationalen Impfplan ergänzt werden, der Auskunft über die bevorstehenden Liefertermine und -mengen geben soll. Dadurch soll sich in Zukunft die Vergabe von Impfterminen besser planen lassen.

Die Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums legt fest, dass alle gesetzlich und nicht gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland Anspruch auf eine Impfung gegen COVID-19 haben. Bestimmte Personengruppen haben allerdings zuerst Anspruch. Das sind die Bevölkerungsteile, die aufgrund ihres Alters beziehungsweise wegen schwerwiegender Vorerkrankungen ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf von COVID-19 haben, durch ihren Beruf besonders gefährdet sind, sich mit SARS-CoV-2-Viren zu infizieren sowie diejenigen, die engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben. Um sie zu schützen, regelt die Impfverordnung die Priorisierung in drei Stufen von höchster, hoher und erhöhter Priorität. Zu den priorisierten Gruppen gehören ältere Menschen, Risikopatienten, Beschäftigte im Gesundheitswesen und systemrelevante Personengruppen wie beispielsweise Polizisten oder Feuerwehrleute. Etwa 36,6 Millionen Menschen gehören in Deutschland zu einer dieser drei Priorisierungsstufen. Die Impfverordnung regelt außerdem die Vergabe, wenn ein Impfstoff ausschließlich für Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen wird. Das betrifft den Impfstoff von AstraZeneca, mit dem Personen dieser Altersgruppe vorrangig versorgt werden. Die übrige Bevölkerung, auf die keines der Kriterien für die Priorisierung zutrifft, zählt etwa 45 Millionen Menschen.

Die Priorisierung orientiert sich an den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Die unabhängigen Experten/-innen der STIKO entwickeln alle Impfempfehlungen für Deutschland und haben ihre offizielle Einschätzung zur COVID-19-Impfung am 18. Dezember veröffentlicht. Die Kommission prüft laufend neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Corona-Vakzinen und aktualisiert dementsprechend ihre Impfempfehlung, zuletzt am 29. Januar. Die STIKO empfiehlt etwa das AstraZeneca-Vakzin nicht für Menschen, die älter als 65 Jahre sind, weil für diese Altersgruppe nicht ausreichend Daten vorliegen. Damit weicht sie von der Zulassung der EMA ab, die keine solche Einschränkung macht.

Derzeit bekannte Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Wie bei jeder Impfung können nach der COVID-19-Schutzimpfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Da das Immunsystem wie gewünscht reagiert und Abwehrstoffe gegen das Corona-Virus bildet, können leichte bis moderate Reaktionen auftreten. Sie können kurz nach der Impfung und bis zu wenige Tage danach vorkommen:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen und Frösteln
  • Gelenkschmerzen
  • Fieber und Schwellung an der Einstichstelle

In Deutschland erfasst das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Nebenwirkungen und bewertet diese. So wird etwa geprüft, ob ein Zusammenhang mit Vorerkrankungen besteht. Vor der Impfung besprechen Arzt/Ärztin mögliche Risiken mit jedem Impfling und klären darüber auf. Für Kinder, Schwangere und Allergiker/-innen, bei denen schon früher starke Reaktionen im Zusammenhang mit einem Impfstoff aufgetreten sind, liegt bisher keine Impfempfehlung vor. Direkt nach der Injektion mit dem Impfstoff bleiben geimpfte Personen für etwa 15 bis 30 Minuten unter Beobachtung des medizinischen Personals.

Voraussetzungen für eine Herdenimmunität

Mathematische Modelle gehen davon aus, dass in Deutschland die sogenannte Herdenimmunität erreicht wird, wenn 60 bis 70 Prozent der Bürger/-innen gegen COVID-19 geimpft sind. Neben dem individuellen Impfschutz lässt sich dann auch ein sogenannter Gemeinschaftsschutz erreichen. Das bedeutet, dass die Ausbreitung des Virus gestoppt wird und so auch Personen, die sich nicht impfen lassen können oder möchten, geschützt sind. Wann genau Deutschland eine solche Herdenimmunität erreicht, kann man derzeit nicht zuverlässig vorhersagen, da dies von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Dazu gehören etwa die Produktionskapazitäten der Hersteller und die Verfügbarkeit der Impfdosen, die Zulassung weiterer Corona-Vakzine, das Tempo und die Organisation der Impfungen sowie die Impfbereitschaft in der Bevölkerung.

Wann wird die breite Bevölkerung die Möglichkeit zur Impfung bekommen und wann sind somit auch betriebliche Impfangebote möglich? Zum Start der Phase 2 der Corona-Impfstrategie des Bundes gibt es bereits eine erste offizielle Einschätzung: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mehrfach angekündigt, dass in Deutschland bis zum Sommer 2021 jede Bürgerin und jeder Bürger ein Impfangebot bekommt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das für jeden, der möchte, bis zum Ende des Sommers, also im September, in Aussicht gestellt.

Ab dieser Phase sollten Unternehmen ihrer Belegschaft ein Impfangebot machen und sich jetzt bereits mit Kommunikationsmaßnahmen und gezielter Aufklärung ihrer Mitarbeiter/-innen darauf vorbereiten.

Lesen Sie hier mehr zur Vorbereitung von betrieblichen Impfangeboten.