Bleiben Sie als Unternehmen handlungsfähig!
Infos & Tipps vom Gesundheitsexperten MEDISinn.

1. Wie lange wird die Corona-Krise Unternehmen in Deutschland einschränken?

Aktualisierter Stand: 29.04.2020

COVID-19 hat Deutschland weiterhin fest im Griff. Ob DAX-Konzern, Mittelständler oder Kleinbetrieb, inzwischen spüren nahezu alle Unternehmen jeglicher Branchen hierzulande die Auswirkungen des Coronavirus allzu deutlich. Arbeitgeber müssen weiterhin schnell und flexibel handeln, um ihre Mitarbeiter und ihr Geschäft zu schützen. Die Turbulenzen an den Börsen weltweit rufen Erinnerungen an die letzte Finanzkrise 2008 wach und zeigen, vor was für einer komplexen, schwierigen Aufgabe nicht nur das Gesundheitssystem, sondern die gesamte Wirtschaft steht. Das Virus scheint die Finanzmärkte mit einer großen Unruhe infiziert zu haben. Schließlich sind die Einbußen durch COVID-19 groß – angesichts der Ausgangs- und Reisebeschränkungen von Bundesregierung und Auswärtigem Amt fallen Dienstreisen aus, Veranstaltungen und wichtige Industriemessen wie die Hannover-Messe werden um Monate verschoben, Geschäfte dürfen nur unter strengen Auflagen wieder öffnen, Kunden stornieren Aufträge und Lieferanten melden Engpässe. Zahlreiche Mitarbeiter müssen ihre KiTa- und Schulkinder weiterhin zuhause betreuen, da die Schulen erst langsam wieder den Betrieb aufnehmen und KiTas vorerst weiterhin auf absehbare Zeit geschlossen bleiben. Ihre Arbeit müssen Eltern bis dahin soweit möglich vom Homeoffice aus organisieren. Ein Ausnahmezustand für alle Beteiligten.

Wie sollten Betriebe mit der Corona-Krise umgehen?

Die wichtigste Leitlinie für Unternehmen ist derzeit, offen mit ihren Mitarbeitern zu kommunizieren. Nur so können Arbeitgeber und -nehmer gemeinsam flexible Lösungen für die Corona-Krise finden. Ein Beispiel: Andrea K. (Name geändert) aus München arbeitet als Teamlead bei einem großen mittelständischen Online-Handelsunternehmen und steht gerade vor der Herausforderung, eine neue Mitarbeiterin vom Homeoffice aus, also rein virtuell, einzuarbeiten: “Seit 9. März ist unser Büro geschlossen und hunderte Mitarbeiter arbeiten remote”, sagt die 34-Jährige. “Wir behelfen uns mit zahlreichen Online-Tools wie dem Firmen-Chat, Videokonferenzen und virtuellen Arbeitsräumen über Microsoft Teams und Social Intranet. Das funktioniert erstaunlich gut bisher, solange die Kommunikation insbesondere zu meinen neuen Mitarbeitern nicht abreißt. Die Firmenleitung hat schnell und umfassend auf Corona reagiert. Das war sehr wichtig.”

Wie lange wird die Corona-Krise in Deutschland dauern?

Die entscheidende Frage für Arbeitgeber während der Corona-Pandemie lautet: Wie lange müssen Betriebe den Ausnahmezustand der deutschen und globalen Wirtschaft angesichts COVID-19 überbrücken? Doch realistisch oder gar abschließend beantworten lässt sich das derzeit kaum. Die Bundesregierung wagt keine Prognose, spricht weiterhin von Wochen oder Monaten. Es bleibt unsicher, wann ein Impfstoff gegen Sars-CoV-2 für die breite Bevölkerung verfügbar sein wird. Der Impfstoff-Experte Prof. Florian Krammer von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York, sagte in einer Diskussionsrunde des Science Media Centers Germany am 6. März: “Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Impfstoff für die Bevölkerung erhältlich sein wird vor 2021.” Der Grund: Präklinische und in der Regel drei klinische Testphasen stehen noch aus. Auch notwendige Produktionskapazitäten fehlen bei Biotech-Firmen, um Impfdosen so schnell millionenfach herzustellen. In ihrem Ausblick vom März ging die OECD noch davon aus, dass sich das globale Wachstum der Weltwirtschaft 2020 im günstigsten Fall um ein halbes Prozent reduziert. Inzwischen hat sie ihre Prognosen in einem Zwischenfazit zur COVID-19-Krise deutlich nach unten korrigiert und prognostiziert, dass der Stillstand in der Produktion während des Shutdowns das BIP in den Mitgliedsländern jeden Monat um zwei Prozent schrumpfen lässt. Drei Monate Shutdown würden also zu einem Minus von 4-6 Prozent beim BIP führen. Vor mehreren Wochen prognostizierte der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft Michael Hüther noch, dass sich das globale reale BIP auf 1,5 Prozent halbieren könnte. Das ZEW Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erwartete in seinem Finanzmarkttest vor dem Shutdown, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr aufgrund von Corona um etwa einen Prozentpunkt schrumpfen wird. Inzwischen stehen viel schlechtere Zahlen im Raum. Die drei Wirtschaftsweisen, die derzeit die Bundesregierung beraten, gehen von einer schweren Rezession in Deutschland aufgrund der Corona-Krise aus. Die Bundesregierung rechnet nun damit, dass das BIP 2020 insgesamt um 6,3 % schrumpfen wird. In der Zwischenzeit ist es wichtig, dass Unternehmen neue Wege finden und aktiv werden, um wirtschaftlich handlungsfähig zu bleiben. Zugleich müssen sie präventiv gegen das Virus vorgehen, sodass sie ihre Mitarbeiter bestmöglich schützen können.